Die Kathedrale des Lichts (Leseprobe)

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„die Kathedrale des Lichts“

 

6

Gefährliche Minne

Prag, Herbst 1227
Ein blonder Mann schwamm ans Ufer der Moldau und stieg aus dem Fluss. Er war groß und hatte kräftige Glieder und breite Schultern. Mit einer tänzerischen Bewegung bückte er sich nach dem Leintuch, das im Ufergras lag, und hüllte sich darin ein. Quer durch das Turnierlager lief er zu zurück seinem Zelt. Er grüßte nach allen Seiten. Nicht jeder erwiderte seinen Gruß und manche nur mit verschlossener Miene.
Der siebte und vorletzte Tag des Turniers neigte sich – da hatte ein siegreicher Ritter wie Ansgar von Lund aus dem Königreich Dänemark nicht mehr nur Freunde.
Bevor er hinter den Koppelzaun seines Lagerplatzes trat, blickte er hinüber zum großen Festzelt des Königs. Über der Zeltkuppel wehte das rote Tuch mit dem weißen Löwen im Abendwind – die böhmische Fahne. Der Platz davor füllte sich mit Menschen; schon übertönte das Gelächter der Gäste und das Klappern der Weinkelche den Lärm, den sein Knappe Heinrich mit Hammer und Helmen veranstaltete.
„Die wichtigste Stunde des Tages bricht an.“ Ansgar warf seinem jüngsten Knappen Lothar das nasse Leintuch zu. „Die Stunde der Fresser und Säufer.“ Er schlüpfte in die helle Tunika, die der Jungknappe ihm reichte.
„Zu dieser seid Ihr bisher immer pünktlich erschienen, Herr Ansgar.“ Rudolphus, Ansgars ältester Knappe, führte das verwundete Schlachtross zu seinem Ritter. „Immer mit den ersten Gästen des Königs, möchte ich meinen.“ Er reichte Ansgar ein Salbentöpfchen. „Und unter den letzten wart Ihr auch an jedem Abend.“
„Die ersten werden die letzten sein!“, rief Ansgars jüngster Knappe. „Das steht in der Bibel. Der Priester in Wien hat’s gesagt!“ Er hatte inzwischen das Kettenhemd seines Herrn auf einem Fass ausgebreitet und putzte es mit einer groben Bürste.
„Wirst du wohl das Maul halten, Grindskopf, vorlauter? Und nimm gefälligst Kleie für Kettenhemd und Harnisch!“ Ansgar betrachtete die Wunde an der Hinterflanke seines wertvollen Schlachtrosses. „Das Eisen muss glänzen morgen. Geblendet von meinem Glanz sollen die Damen erschauern.“
„Doch wohl nur eine Dame“, gab der Jungknappe Lothar zurück.
„Warte nur, Lauskrodd!“ Der große Rappen schnaubte und zuckte, weil Ansgar mit dem Salbenspatel die Wunde berührte. „Wenn ich mit dem Ross fertig bin, gibt’s hinter die Ohren!“
Behutsam trug er die Salbe auf. Eine Lanzenspitze hatte die Kettendecke des Tieres durchdrungen. Keine schlimme Wunde, doch die Salbe hatte Ansgar zwei Silberpfennige gekostet. Davon konnte man ein Schlachtross wochenlang füttern.
„Die von der alten Burg kommen auch schon.“ Heinrich unterbrach sein Hämmern und schirmte die Augen vor der schon tief stehenden Sonne ab. Ansgar drehte sich um und sah zur Moldau hin. Mit Fahnen und bunten Wimpeln geschmückte Kähne legten am Ufer an, festlich gekleidete Männer und Frauen entstiegen ihnen: Ritter, Knappen und Edeldamen aus der Burg, die auf dem Berg am anderen Ufer aufragte. Sein Herz schlug höher, denn in der alten Burg herbergte jene Edeldame aus Polen, für die er entflammt war. Würde sie etwa sein Lager besuchen?
Er blickte nach Osten: Auch den Weg von der neuen Burg herab trabten Gruppen von Reitern und lenkten ihre Pferde in die Stadt und zum Königszelt. Frauen machten vor den Lagern derjenigen Ritter Halt, die morgen den letzten Kampf des Turniers bestreiten würden. Die Edeldamen und die Herolde hatten bisher sechs Ritter zu Siegern erklärt. Ansgar war einer davon.
„Betet, dass die, gegen die ich morgen antreten werde, heute saufen und fressen, bis sie kotzen müssen“, sagte Ansgar und widmete sich wieder seinem verwundeten Schlachtross.
Heinrich fuhr fort, die Beulen aus den Helmen zu klopfen, und der junge Lothar erklärte: „Man soll seinen Gegnern nichts Böses wünschen, hat meine Mutter mir beigebracht. Und auch dass man ‚essen’ und ‚trinken’ sagt.“
„Vergiss, was deine Mutter gesagt hat, Grindskopf! Was ich sage, hast du dir zu merken und zu befolgen, wenn jemals ein Ritter aus dir werden soll.“ Ansgar verschloss das Salbentöpfchen, tätschelte dem Schlachtross den Hals und spähte wieder zur Moldau hin. Wahrhaftig – einige Männer und Frauen näherten sich seinem Lagerplatz. Und was da so golden in der Abendsonne glänzte, konnte doch nur das Haar seiner Angebeteten sein!
„Gib dem Schwarzen reichlich zu fressen“, wies er Rudolphus an. „Und striegle den weißen Renner, auf dem will ich morgen reiten.“ Er ließ sich seine Aufregung nicht anmerken, tat geschäftig und ging zu einem Haufen zersplitterter Lanzen. „So viel teures und nutzloses Holz!“ Als wäre er fassungslos, schüttelte er den Kopf. „Über zwanzig Lanzen zerbrochen, dazu ein Helm und zwei Brustpanzer. Elend teuer, so ein Turnier.“
„Jede zerbrochene Lanze bezeugt doch, wie gut Ihr stechen könnt, Herr Ansgar“, sagte Heinrich. Sein zweiter Knappe bearbeitete schon wieder einen zerbeulten Helm.
„Schon wahr.“ Ansgar fuhr sich durch die blonde Mähne. „Bis jetzt haben wir uns gut geschlagen, möchte ich meinen.“
„Gut geschlagen?“, entfuhr es Heinrich. „Fünf Pferde erbeutet! Zwei Rüstungen und ein halbes Dutzend Schwerter! Dazu ein halbes Pfund Silber Lösegeld!“ Die Begeisterung rötete Heinrichs Gesicht. „Gekämpft wie ein Löwe habt Ihr, Herr Ansgar! Von hundertzwanzig Rittern sind nur noch sechs im Turnier und einer davon seid Ihr.“
„Stimmt.“ Zufrieden lächelnd ließ Ansgar seinen Blick über die mit bunten Wimpeln und Fahnen geschmückten Zelten des Turnierlagers wandern. „Vollkommen richtig: Einer davon bin ich. Und so wahr mir Gott helfe: Morgen sollen sie mich feiern vor des Königs Zelt.“
„Wir kriegen Besuch, Herr Ansgar.“ Heinrich ließ den Hammer sinken und blickte der kleinen Schar aus der alten Burg entgegen. „Besuch, der Euch freuen wird, schätze ich.“
Der siebzehnjährige Heinrich war erst im letzten Sommer in Mailand zu ihm gestoßen, Rudolphus schon vor sieben Jahren in Paris; da hatte der Herzog von Burgund Ansgar gerade zum Ritter geschlagen. Und der vorlaute Lothar stammte aus Magdeburg und hatte sich ihm vor drei Jahren in London angeschlossen.
Die drei waren fleißige, tapfere Knappen und würden einmal gute Ritter werden. Vor allem Rudolphus. Der hatte ihm in Venedig das Leben gerettet, als ein eifersüchtiger Graf drei Mörder auf ihn angesetzt hatte. Dort konnte er sich nicht mehr blicken lassen.
Auch in Florenz und Mailand nicht. Nicht einmal in London. Der Grund war überall ein und derselbe: Frauengeschichten. Schade, denn in Oberitalien kämpfte eigentlich immer irgendeine Stadt gegen eine andere. Doch diesseits der Alpen gab es in diesem Jahr keinen Sommerfeldzug, keine Belagerung, nicht einmal eine kleine Fehde – ein magerer Sommer für einen Ritter, der dringend Geld brauchte.
Im fernen Norden führte zwar Waldemar, sein König, Krieg gegen norddeutsche Heere, doch dessen Ruf hatte ihn noch jenseits der Alpen und viel zu spät erreicht. Schade, denn neue Pferde mussten her, neue Lanzen, neue Schwerter, neue Kettenhemden. Ansgar führte zwei Schlachtrösser mit sich, dazu sechs Lastpferde und vier Reitpferde. Die wollten alle etwas fressen. Und seine drei Knappen sowieso.
Also war Ansgar nach Prag gezogen, denn dorthin hatte der König Wenzel von Böhmen zu einem Turnier eingeladen. Beinahe einhundertdreißig Ritter aus allen Bistümern, Grafschaften und Fürstentümern zwischen dem Rhein und den Karpaten, zwischen der Ostsee und den Alpen waren der königlichen Einladung gefolgt.
Ansgar schlenderte von Heinrich zu Lothar und tat, als würde er ihnen bei der Arbeit zuschauen. In Wahrheit hatte er nur Augen für sie. Mit welch anmutigen Schritten sie sich seinem Lager näherte! Wie der Abendwind mit ihren goldenen Locken spielte! Gleich würde er ihr in die grünen Augen schauen.
Sie hieß Adelheid. Nur bei Turnieren begegnete man wunderschönen Edeldamen wie ihr. Sie begutachteten die Waffen und Pferde, sie verfolgten jeden Kampf ihrer Lieblingsritter, und gemeinsam mit den Herolden kürten sie schließlich die Sieger. Diese empfingen die Preise aus ihren zarten Händen.
Bereits am ersten Tag des Turniers hatte Ansgar viele Blicke und sogar ein paar Worte mit der edlen Adelheid getauscht. Seitdem stand er in Flammen. Er lauschte den sich nähernden Stimmen ihres Gefolges. Und tat, als würde er die Pferde in der Koppel betrachten und Rudolphus bei ihrer Pflege zuschauen.
Heinrich unterbrach erneut sein Gehämmer. Hinter sich hörte Ansgar ihn und Lothar die Edeldame und ihr Gefolge begrüßen. Er drehte sich um, ging zu ihr und beugte die Knie vor ihr. „Welch Ehre, dass Ihr einen unbedeutenden Ritter wie mich durch die Gnade Eures Besuches beglückt, edle Adelheid.“
„Unbedeutend, Ansgar von Lund?“ Die Edeldame reichte ihm die Hand. „Wie könnt Ihr so etwas sagen! Ich bitte Euch, steht auf.“ Ansgar erhob sich. Ihre Finger in seiner Hand zu spüren, ging ihm durch und durch; in ihre Smaragdaugen zu blicken, ließ sein Herz schneller schlagen. „Bitte zeigt mir Waffen und Rüstung, worin Ihr morgen auf dem Kampfplatz erscheinen werdet. Und wie gern würde ich den edlen Schimmel sehen, auf dem Ihr morgen reiten werdet. An allen Tafeln spricht man von ihm.“
Ein grauhaariger Ritter begleitete sie und die drei Jungfrauen ihres Gefolges. Ansgar führte sie zu dem Gestell zwischen Knappen- und Ritterzelt, auf dem seine Rüstung und sein Wappenmantel hingen. Er zeigte ihnen seine Lanzen, Schilde und Schwerter und bat Adelheid schließlich zur Pferdekoppel neben den beiden Zelten.
Der polnische Ritter blieb bei dem jungen Lothar stehen und sah ihm bei der Arbeit zu. Die Jungfrauen scharten sich um den blonden Heinrich, machten ihm schöne Augen und kicherten.
Rudolphus, zwischen den Pferden, begrüßte die Edelfrau artig von fern. Er hatte ihr heimlich die erste Strophe des Liedes zur Burg hinaufgebracht, das Ansgar für sie gedichtet hatte. Die dritte würde er ihr morgen Abend vortragen. Falls er siegte und falls sie ihn empfing. Die zweite sollte sie noch heute zu hören bekommen.
Sie gingen in die Koppel, Adelheid streichelte das verletzte Schlachtross. „Ich habe von der Tribüne aus sehen können, wie es verwundet wurde. Der mit dem Turmwappen wollte es zu Fall bringen.“
„Jérome von Tours. Wäre es ihm gelungen, hätte er mich niedergeritten.“
„Das wird er auch morgen versuchen.“ Der Ritter von Tours gehörte zu den sechs, die am letzten Turniertag gegeneinander antreten würden. „Ihr müsst auf der Hut sein, Herr Ansgar. Er ist gefährlich.“ Sie legte ihre Hand auf seinen Arm.
„Ich weiß. Gefährlicher aber ist der Sachse. Auch der gehört zu den letzten sechs, wie Ihr wisst.“
„Der mit dem Bullenkopf im Wappen? Das ist kein Sachse, der stammt aus Grafschaft Schwerin. Weil sein Graf ein Lehnsmann des Herzogs von Sachsen ist, dient auch Botho von Schwerin dem Sachsenherzog.“
„Ihr wisst gut Bescheid. Habt Ihr mit dem Ritter gesprochen?“ Von allen fünf Gegnern, gegen die Ansgar morgen anzutreten hatte, war es tatsächlich der mit dem Bullenschädel im Schild, den er für den unberechenbarsten hielt.
„Ich habe ihn an der Tafel Reden schwingen hören“, sagte Adelheid. „Da habe ich seine Dame nach ihm gefragt. Seinetwegen sorge ich mich am meisten um Euch, mein Ritter.“ Die letzten beiden Worte hauchte Adelheid mit gesenkter Stimme und wie einen Kuss. „Der Bullenkopf hat Dutzende Ritter schwer verletzt während des Turniers. Drei sind sogar gestorben, so gnadenlos schlägt er zu.“
„Ich habe es gesehen.“ In den ersten sieben Tagen des Turniers war man in zwei Parteien aufeinander losgegangen, hatte eine Feldschlacht nachgestellt und zuletzt die Eroberung einer Burg. „Ich selbst habe ihm noch nicht gegenübergestanden. Er gehörte zu meiner Partei.“
„Der Ruf der Gnadenlosigkeit ist ihm schon vorausgeeilt, bevor er hier eintraf. Nur der erfahrene Ulrich von Liechtenstein könnte ihm gewachsen sein, wenn ihr mich fragt.“ Sie drückte seinen Arm. „Und Ihr, mein Ritter Ansgar. Ich glaube an Euch, und ich werde für Euch beten.“ Sie blickte sich in der Koppel um „Zeigt mir Euren berühmten Schimmel.“
Ansgar wusste nichts zu antworten, wie betäubt fühlte er sich von ihren Worten. Stumm zeigte er auf seinen weißen Renner und schritt schweigend neben ihr her.
„Was für ein schönes Tier!“ Adelheid streichelte der schneeweißen Stute Nüstern und Kehle. „Wie herrlich!“
„Fee stammt aus Ungarn und hat mich ein halbes Vermögen gekostet. Beinahe so viel wie ein Schlachtross. Das schönste Pferd, das ich je besessen habe.“ Ansgar schritt um die Weiße herum, und als Fee zwischen ihm und dem vorderen Koppelzaun stand, fiel er plötzlich auf die Knie.
„Doch kein Geschöpf Gottes ist schöner als Ihr.“
Er schlug einen feierlichen Ton an und begann in Versen zu sprechen. Die Edelfrau errötete und lächelte.
„Und nichts auf der Welt begehre ich mehr,
Als einzig das Lächeln Eurer Lippen zu schau’n,
den Glanz Eurer Augen und das Gold Eures Haars.
Und nichts soll heiliger sein mir als dies:
Die Gewissheit Eurer Liebe und Eure gnädigen Huld.“
Ansgar erhob sich, ergriff ihre dargebotene Hand und hauchte einen Kuss auf ihre Finger. „Ich danke Euch, mein Ritter.“ Ein feuchter Schleier zog durch Adelheids lächelnden Blick. „Euer Lied bewegt mich sehr, mein Ritter.“
Selbst wenn die Jungfrauen und der alte Ritter sie beobachtet haben sollten, mussten Ansgar und Adelheid sich nicht sorgen: Es war nichts Ungewöhnliches für einen Ritter, vor einer Edeldame niederzuknien. Viele edle Frauen und Jungfrauen hatten einen Ritter, der sie verehrte, ihnen Lieder schrieb und für sie in Kriege und Turniere zog. Gefährlich würde es erst werden, wenn er morgen Abend in ihrer Schlafkammer auftauchte – falls sie ihn empfing.
„Die dritte Strophe würde ich Euch gern zur Laute vortragen, verehrte Dame.“ Ansgar sprach jetzt sehr leise. „Morgen Abend, nach dem Turnier. Falls Ihr mir die Gnade erweisen wollt.“
„Siegt und seht mich, Ritter von Lund.“ Die schöne Adelheid zog ihn näher zu sich. „Siegt für mich und singt für mich.“ Sie nahm seine Hand und drückte sie auf ihren Busen. „Hier drinnen schlägt ein Herz für Euch, heiß und voller Sehnsucht. Ihr werdet Botschaft erhalten, damit Ihr wisst, wo Ihr mich finden könnt, wenn es so weit ist.“
Ansgar wusste kaum, wie ihm geschah. Ein letztes Lächeln, dann drehte sie sich um und verließ die Koppel. Sie raffte ihr Kleid so hoch, dass er ihren weißen Knöchel sehen konnte. Der alte Ritter schritt ihr voran aus Ansgars Lagerplatz, die Jungfrauen wandten sich noch einmal um, kicherten und winkten Heinrich zu.
Ansgar sah seiner Angebeteten nach, bis sie mit ihrem Gefolge ins Getümmel vor dem königlichen Festzelt eintauchte. Er ging nicht aus der Koppel, er schwebte aus ihr. „Muss denn das wirklich sein, Herr Ansgar?“, zischte Rudolphus, doch der Ritter hörte es kaum. Er war selig, einfach nur selig.
Erst die freche Stimme seines Jungknappen riss ihn aus seinem Rausch. „’Wer sich sehenden Aug’s in Gefahr begibt, kommt drin um’, hört ich meine Mutter sagen, Herr Ansgar.“ Lothar erdreistete sich sogar, mahnend die Zeigefinger zu schwingen. „Und hat Eure gefährliche Art, die Minne zu betreiben, uns alle nicht schon in Venedig und Mailand in Gefahr gebracht?“
„Halt’s Maul!“ Blitzschnell schlug Ansgar zu. „Hier die versprochene Ohrfeige, Lauskrodd! Aus dir wird nie ein Ritter werden, wenn du nicht lernst, die Frauen zu verehren! Ein Ritter muss ihnen von ganzem Herzen dienen! Selbst Todesgefahr muss er für sie auf sich nehmen.“

7

Kain

Elbufer, Sommer 1227
Ein schicksalhafter Tag. Es war heiß, die Luft über den Äckern flimmerte. Die kleine Burg und das Dorf vor ihren Mauern lagen auf einer Anhöhe über der Elbe. Nach Westen hin stieg das waldige Hügelland zum Harz hin an, im Osten mäanderte die Elbe in zahllosen Flussarmen durch das Sumpfland. Über den Uferweg, der von Norden her unterhalb der Burg vorbeiführte, galoppierten Reiter heran.
„Die Magdeburger kommen“, sagte der Burgherr, „endlich!“ Er, ein Ritter aus unbedeutendem Adelsgeschlecht, stand mit dem Schultheiß, zwei freien Bauern und einem Priester auf der Tormauer der Burg. Von hier aus glich der Elbstrom unten im Sumpfland den vielfach verzweigten Adern auf seinem Handrücken.
Die Männer warteten, bis die sieben Reiter zwischen den Hütten und Feldern vor der Burg auftauchten und sie die Standarte erkennen konnten, die der Reiter an der Spitze mit sich führte. „Wahrhaftig“, sagte der Priester. „Das Wappen der Magdeburger.“ Die anderen nickten nur. Schweigend stieg einer nach dem anderen die Stiege in den Burghof hinab.
„Holt die Frau aus dem Turm“, befahl der Burgherr zwei Bewaffneten. „Die Mägde sollen dafür sorgen, dass sie sauber und ordentlich angezogen ist. Und sie hat nichts zu reden, schärft ihr das noch mal ein.“ Die Bewaffneten liefen zum Bergfried und verschwanden darin. „Öffnet das Tor!“, rief der Burgherr den Torwächtern zu.
Wenig später trabten die Reiter aus Magdeburg in den Burghof, sechs Waffenknechte des Magdeburger Domkapitels und ein Geistlicher. Der war ein Verwandter des Burgherrn. Man begrüßte einander und setzte sich an einen steinernen Tisch zwischen Stallung und Palas. Dort hatte der Burgherr bereits Speisen und Wein auftragen lassen.
Man aß und trank und sprach über dies und jenes – über den Tod des Papstes Honorius, über den Krieg gegen die Dänen, über Kaiser Friedrichs geplanten Kreuzzug, über die Heiligsprechung des Franz von Assisi, über den stockenden Dombau in Magdeburg, über die Ernte, über das Wetter.
Und über die Frau, die seit ein paar Wochen im Bergfried gefangen gehalten wurde. Ihretwegen hatte der Burgherr nach seinem Verwandten in Magdeburg geschickt.
„Sie ist verrückt“, sagte der Burgherr. „Sie verwirrt mir die Bauern ringsum. Wir wissen nicht mehr, was wir mit ihr tun sollen.“ Die anderen nickten, und jeder gab zum Besten, wie er die Sache sah und lösen würde. Ein Wort gab das andere, und keines ließ Gutes hoffen für die Frau im Bergfried.
Als die schwere Turmtür sich endlich öffnete, verstummten die Männer. Alle richteten ihren Blick auf den Eingang zum Bergfried. Zwei Bewaffnete führten ein Burgfräulein in einem hellen Leinenkleid hinaus auf den Burghof. Eine Magd und ein Mönch mit schwarzem Mantel über dem weißen Habit, ein Dominikaner, folgte ihnen.
„Ist sie das?“, fragte der geistliche Herr aus Magdeburg, ein kleiner, grauhaariger Mann von etwa vierzig Jahren. Der Burgherr, sein Oheim, nickte. „Ich erkenne sie nicht wieder.“ Der Magdeburger schüttelte den Kopf. „Gehen wir zu ihr.“ Er, der Burgherr, der Priester und der Schultheiß standen auf.
„Ich fürchte wirklich, sie ist wahnsinnig geworden“, sagte der Burgherr mit leiser Stimme, während sie zum Turm gingen.
„Möglicherweise ist Hexerei im Spiel“, erklärte der Schultheiß bereits zum zweiten Mal.
„Ich will nicht direkt sagen, dass sie mit dem Gottseibeiuns im Bunde steht.“ Der Priester flüsterte, denn nur wenige Schritte trennten sie noch von dem Burgfräulein. „Doch ich zweifle nicht daran, dass ein Dämon in ihr haust.“
„Seit wann hat sie diese …“ Der Geistliche aus Magdeburg zögerte, schien nach Worten zu suchen. „… diese Anfälle.“
„Sie war zwölf, als sie das erste Mal glaubte, das Licht zu sehen und die Stimmen zu hören“, raunte der Schultheiß.
„Wir sollten sie wegen Häresie anklagen und verbrennen“, flüsterte der Priester. „So hat es der Kaiser im letzten Jahr mit ketzerischen Weibern in Rimini machen lassen. Der Erzbischof war dabei. Er hat’s Euch sicher erzählt.“
Der geistliche Herr aus Magdeburg nickte stumm. Die junge Frau im hellen Leinenkleid blickte ihnen ruhig entgegen. Die Bewaffneten und die Magd zogen sich zurück, als die Männer vor ihr stehen blieben; der Dominikaner trat neben sie.
„Du warst noch ein kleines Mädchen, als wir uns zuletzt begegnet sind, Mechthild“, sagte der geistliche Herr. „Ich bin Dietrich von Dobin, Domherr zu Magdeburg. Unsere Mütter waren Basen. Wahrscheinlich wirst du dich nicht an mich erinnern. Auch ich erkenne dich kaum wieder.“
Ein scheues Lächeln huschte über das schmale Gesicht der Frau. Das war bleich, und zahllose Sommersprossen bedeckten es. Und blaue Flecken. Die Schürfwunde an der Schläfe schien noch nicht alt zu sein. „Doch, Hochwürdiger Herr, ich erinnere mich an Euch.“
„Tatsächlich?“ Der Magdeburger betrachtete sie aufmerksam. Auch die Haut ihrer Arme war sehr weiß. Ihr langes Haar hatte die Farbe frisch geschnittenen Strohs. In Ihren Augen leuchtete es, wie der Domherr es bei noch keinem Menschen gesehen hatte, auch waren sie von einem ungewöhnlich hellen Grün. Ihre vollen Lippen waren geschwollen. Die Frau wirkte stark und zerbrechlich zugleich.
„Ja, Hochwürdiger Herr Dietrich. Ihr wart gut zu mir.“ Sie schaute ihm ins Gesicht, als würde sie darin lesen können. „Und Ihr habt Euch diese Herzensgüte bewahrt, wie ich sehe.“ Die Männer traten unruhig von einem Fuß auf den anderen.
„Und ich sehe, dass du verletzt bist.“ Der Magdeburger Domherr runzelte besorgt die Stirn. „Was ist dir widerfahren?“
„Sie ist bei ihrem letzten Anfall die Turmtreppe hinunter gestürzt“, beeilte sich der Burgherr zu sagen. Sein strenger Blick bohrte sich ins Gesicht der jungen Frau. Die wurde noch bleicher und senkte den Kopf.
„Ich möchte mit ihr allein sprechen“, erklärte der Domherr. Die Männer machten betretene Gesichter, wandten sich aber ab und schritten etwas abseits.
Die junge Frau namens Mechthild hielt den Dominikaner am Mantelärmel fest. „Ich will, dass mein Beichtvater bei mir bleibt, Herr Dietrich.“ Der Domherr nickte und wies auf eine steinerne Bank zwischen Bergfried und Burgschmiede. Dort nahmen sie Platz.
Der Ritter, der Priester und der Schultheiß beobachteten die drei von Weitem. „Was machen wir, wenn sie ihm erzählt, dass wir versucht haben, ihren Dämon auszutreiben?“ Der Priester schnitt eine ängstliche Miene.
„Gott bewahre!“, entfuhr es dem Schultheißen. „Wenn der Domherr erfährt, dass wir seine Verwandte geprügelt haben, wird er uns vor dem Schöffenstuhl verklagen.“
„Redet doch nicht so grausig dumm daher!“, zischte der Burgherr. „Dietrich hat längst gemerkt, dass sie wahnsinnig ist. Und Wahnsinnige erzählen viel, wenn der Tag lang genug ist.“
Eine halbe Stunde lang etwa sprachen der Domherr, der Mönch und die Frau miteinander. Schließlich stand der Herr Dietrich auf und kam zu den drei wartenden Männern. Seine Miene war härter als zuvor.
„Spannt einen Wagen an“, sagte er kühl. „Lasst Mechthilds Habseligkeiten aufladen. Und für sie selbst sattelt ein Pferd. Sie wird mit mir nach Magdeburg reiten. Ich werde mich künftig um sie kümmern.“

Paris, Spätsommer 1227
Schritte näherten sich auf der Gasse, Gotthart fuhr im Bett hoch und lauschte. Kamen sie doch schon? Die Angst fuhr ihm in die Glieder, und seine Nackenhaare stellten sich auf.
Auf dem Tisch neben dem Fenster brannte mit sehr kleiner Flamme eine Talglampe. Vor dem Fenster glitt der Schein eines größeren, helleren Lichtes über die nächtlichen Fassaden. Fackeln! Die Schergen des Grafen? Oder schon die Büttel des Hofes? Vielleicht aber auch Boten des Kardinals. Hoffnung regte sich in Gottharts aufgewühlter Brust.
Er hatte noch kein Auge zugemacht in dieser Nacht. Sein Hemd war durchgeschwitzt, das Haar klebte ihm in der hohen Stirn, und jetzt klopfte ihm auch noch das Herz in der Kehle. Durchs Halbdunkel blinzelte er zum Fenster. Unerbittlich näherten sich die Schritte. Jetzt klopfte es unten an der Haustür, Gotthart hielt den Atem an. Entweder war die Rettung nahe oder das Ende.
Dann Schritte vor der Kammertür, die Klinke bewegte sich, die Türangeln quietschten. „Soll ich nachschauen, wer klopft?“ Sein Diener Hubertus schaute zur Kammer herein.
Gotthart schwang sich aus dem Bett und tastete nach seinem Schwertgurt. „Mach schon“, krächzte er; seine Stimme gehorchte ihm kaum noch. Der Diener zog die Kammertür zu. Kurz darauf hörte Gotthart die Treppe unter seinen Schritten knarren. Hubertus war groß und schwer.
Gotthart warf den Waffenmantel über das weit geöffnete Hemd. Er bückte sich nach seinem Gurt, zog Schwert und Dolch heraus, stand auf und presste sich neben der Kammertür an die Wand. Sein Atem flog, sein Mund war trocken, er zitterte. Wenn es denn geschehen musste, sollte es hier in der Kammer geschehen. Gottharts Entschluss stand felsenfest: Niemals würde er seinen Kopf auf den Hackklotz des Henkers legen.
Unten quietschte die Haustür. Er lauschte. Stimmen. Zwei – die seines Dieners und eine fremde. Die fremde klang gedämpft und keineswegs so erregt und feindselig, wie Gotthart es erwartet hatte. Die Tür quietschte erneut und Schritte stapften die Treppe herauf.
Er schloss die Augen und atmete tief durch. Seine Anspannung ließ ein wenig nach. Die königlichen Henkersknechte oder die Schergen des Grafen hätten Hubertus gar nicht erst zu Wort kommen lassen – sie wären einfach die Treppe heraufgestürmt.
Es klopfte. „Botschaft vom Kardinal, Herr Gotthart.“ Die Stimme seines Dieners. Gotthart warf das Schwert aufs Bett, den Dolch behielt er in der Linken. Selbst ihm, dem Kardinal, traute er in diesen Stunden Verrat zu.
Er streckte Klinge und Faust in den Lichtschein der Talglampe. Zwei Atemzüge lang fesselten sie seinen Blick. Er drehte Faust und Klinge nach allen Seiten. Nein, nirgendwo mehr Blut.
Endlich wagte er es, drückte die Klinke herunter und öffnete langsam die Tür. Zwei Männer standen davor: sein hünenhafter Diener Hubertus mit einem brennenden Kienspan und ein Ritter in Harnisch und Waffenrock. Auf dem Brustteil des Waffenrocks prangte das Wappen des Kardinals.
Der Ritter nickte ihm zu. „Es ist gelungen. Ihr habt Zeit bis zum Morgengrauen. Findet man Euch im Licht des neuen Tages noch in Paris, seid Ihr verloren.“
Gotthart war, als würde ein Stein von seinem Herzen rutschen. „Und er verdammt mich nicht?“ Der Ritter des Kardinals schüttelte den Kopf. Vor Erleichterung kamen Gotthart die Tränen. Verdammte der Kardinal ihn nicht, würde vielleicht auch Gott ihn nicht verdammen.
„Geh, weck die anderen“, wandte er sich an Hubertus. „Packt unsere Sachen, sattelt die Pferde. Vergesst mein Werkzeug nicht.“ Der Diener nickte, drehte sich um und verschwand auf der Treppe nach oben.
Gotthart winkte den Ritter des Kardinals in die Schlafkammer und wies auf Tisch und Hocker. Im Halbdunkel nahmen sie Platz. „Bis zum Morgengrauen werden die Schergen des Grafen und die königlichen Büttel nur die Gassen und Häuser rund um die Baustelle durchkämmen. Und natürlich die Gegend, wo das Weib wohnte. Euer Viertel meiden sie solange.“
Der Ritter des Kardinals sprach sehr leise und wählte jedes Wort mit Bedacht. Gotthart kaute auf seiner Unterlippe herum. „Ihr überquert in dieser Zeit die Seine auf der Großen Brücke und nehmt dann den Hauptweg nach Westen. Die Torwächter haben Anweisung, Euch und Eure drei Gefährten passieren zu lassen.“
„Was für eine gnädige Wendung!“ Gottharts Gesicht war aschfahl, seine Augen feucht. „Wie hat er das geschafft?“
„Ihre Hochwürdigste Eminenz hat persönlich beim König vorgesprochen. Der schuldete seinem Oheim noch einen Gefallen.“
„Und er verdammt mich wirklich nicht?“ Gotthart konnte es kaum glauben.
„Würde er sich dann für Eure Rettung einsetzen?“
„Gott sei Lob und Dank.“ Gotthart schluckte und wischte sich die Augen mit dem Hemdsärmel aus. „Und wenn der Graf mich verfolgen lässt?“
„Auf Wunsch Ihrer Hochwürdigsten Eminenz hat der König den Grafen von Lamotte samt seiner Ritter und Knappen ins Heerlager in die Bretagne geschickt“, erklärte der Ritter des Kardinals. „Militärische Pflichten werden ihn für Monate dort binden.“ Der Ritter des Kardinals senkte die Stimme. „Und vergesst eines nicht: Dieses Weib war nur eine Mätresse von niederer Herkunft. Lasst ein paar Jahre ins Land gehen, dann wird niemand mehr nach ihr fragen. Am allerwenigsten der Graf von Lamotte.“
Grübelnd starrte Gotthart auf seine Faust und den Dolch. Schließlich nickte er und hob den Blick. „Und was wird aus meiner Grafschaft?“
„Die Ländereien, die Ihre Hochwürdigste Eminenz Euch zugeeignet hat, bleiben unwiderruflich in Eurem Besitz.“ Der Ritter des Kardinals räusperte sich. „Dafür bürgt der König. Ihre Hochwürdigste Eminenz wird einen Ministerialen bestellen, der sie verwaltet.“
„Aber meine Erhebung in den Grafenstand!“ Gotthart richtete sich auf der Hockerkante auf.
„Die muss noch warten,“ erklärte der Ritter des Kardinals. Gotthart sprang auf, stürzte zur Tür und schlug mit Faust und Dolchgriff dagegen. Ein Zischen entrang sich seiner Kehle, es klang wie ein Fluch.
„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, beschwichtigte der Ritter des Kardinals. „Vorerst müsst Ihr Euch mit der königlichen Bürgschaft für die Ländereien um Saint Leonard begnügen. Und mit Eurem geretteten Leben. Das jedoch ist nur bis zum Morgengrauen sicher, und das auch nur, wenn Ihr Euch peinlichst an die Anweisungen Ihren Hochwürdigsten Eminenz haltet.“
Gotthart fuhr herum. „Und die Briefe?“
Der Ritter griff unter seinen Waffenmantel und zog ein Futteral aus dunkelrotem Leder heraus. „Ihre Hochwürdigste Eminenz hat für alles gesorgt.“ Er streckte Gotthart das Futteral entgegen.
Dieser kam zurück zum Tisch, legte den Dolch weg und drehte den Docht der Talglampe hoch. Er nahm dem anderen das Futteral ab und ließ sich auf den Hocker fallen. Hastig öffnete er den Lederumschlag und zog die Lampe noch näher heran.
„Sechs Briefe“, murmelte er. Vier trugen das Siegel des Kardinals, einer das des Baumeisters. „Einer vom Alten? Gott sei Lob und Dank! Hat mir der Meister also wahrhaftig einen Empfehlungsbrief geschrieben?“
„Schreiben lassen. Der Meister bedauert es natürlich sehr, einen seiner besten Bildhauer zu verlieren.“ Der Ritter zog die Brauen hoch. „Doch dem dringenden Wunsch Ihrer Eminenz mochte er sich nicht verschließen, wenn Ihr versteht.“
„Ich verstehe.“ Gotthart sah die versiegelten Briefe noch einmal durch. „Sogar ein Schreiben des Königs an den Herzog von Sachsen?“ Ungläubig las er die Schriftzüge mit den Namen der Empfänger. „Und ein Brief an den Grafen Albrecht von Käfernburg?“ Er staunte den Ritter an. „Warum das?“
„Der Graf ist Erzbischof von Magdeburg“, erklärte der Ritter des Kardinals. „Ihre Hochwürdigste Eminenz hat ihn auf dem kaiserlichen Hoftag in Italien kennengelernt.“
„Soll ich etwa nach Magdeburg gehen?“ Gotthart schluckte. Er hatte Freunde in Paris. Und Freundinnen.
„So ist es“, erklärte der Ritter des Kardinals. „Und keiner, der Euch kennt, muss davon erfahren.“
„Magdeburg ist weit weg von Paris. Sehr weit weg sogar.“
„Ihre Hochwürdigste Eminenz will, dass Ihr Euch dorthin begebt. Dort seid Ihr nicht nur sicher, dort könnt Ihr auch Eure Kunst treiben.“
„Wie das?“ Gotthart runzelte die Stirn.
„Erzbischof Albrecht lässt seit bald zwanzig Jahren den niedergebrannten Dom von Magdeburg wieder aufbauen. Er sucht Männer wie Euch.“
„Ist das wirklich wahr? Gott sei Lob und Dank!“ Gotthart atmete tief durch. „Richtet dem Kardinal meinen Dank aus, ich weiß gar nicht, wie ich ihm …“
„Auch Ihre Hochwürdigste Eminenz lässt euch eine Grußbotschaft ausrichten“, unterbrach ihn der Ritter des Kardinals. „Er wird für Euch beten, soll ich Euch sagen, so wie er es seit Eurer Geburt getan hat. Und sein Segen wird euch begleiten, wohin Ihr geht. Und er lässt Euch ausrichten, Ihr möget allezeit an die Worte der Genesis denken, die da lauten: ‚Und Gott machte ein Zeichen an Kain, dass ihn niemand erschlüge’.“

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