Archiv: Lyrik

Leonard Cohen ist tot – wie traurig
11. November 2016 | Lyrik  

Gerade höre ich es in den Nachrichten: Leonard Cohen ist gestorben. Ich bin traurig.
Vor zwei Wochen erst las ich in der SZ die Besprechung seiner neuen Platte “You want it darker”. Der Artikel ist mit einer übersetzten Liedzeile von Cohen überschrieben: “Herr, ich bin bereit”; und er zitiert einen neuen Cohenvers: “I am leaving the table (…) weiterlesen

Glück
16. November 2014 | Lyrik  

Die sonnige Kinderstraße

Meine frühe Kindheit hat
Auf sonniger Straße getollt;
Hat nur ein Steinchen, ein Blatt
Zum Glücklichsein gewollt.

Jahre verschwelgten. Ich suche matt
Jene sonnige Straße heut,
Wieder zu lernen, wie man am Blatt,
Wie man am Steinchen sich freut.

Joachim Ringelnatz

Ringelnatz, 7. August 1883 in Wurzen geboren (…) weiterlesen

Wintereinbruch in Syrien …
13. Dezember 2013 | Lyrik  

… zwei Kinder erfrieren. Verse von Wisława Szymborska (1923-2012) gehen mir durch den Kopf:

Wer immer weiß wo sich das Mitleid
(Phantasie des Herzens) befindet
– möge sich melden, möge sich melden!

Zwei Kinder erfrieren. Unsere Sensationsgier wird ausnahmsweise einmal nicht mit kaum fassbaren Opferbilanzen gefüttert (…) weiterlesen

Kant und Gernhardt: Torte gegen Wortfindungsstörungen
14. September 2013 | Lyrik  

KANT

Eines Tags geschah es Kant,
dass er keine Worte fand.

Stundenlang hielt er den Mund,
und er schwieg nicht ohne Grund.

Ihm fiel absolut nichts ein,
drum ließ er das Sprechen sein.

Erst als man zum Essen rief, (…) weiterlesen

Gedicht von Wisława Szymborska
01. Juli 2013 | Lyrik  

Ich lehre das Schweigen
in allen Sprachen
nach der Methode
der Betrachtung des Sternenhimmels,
der Kiefer des Sinanthropos,
der Heupferdchensprünge,
der Säuglingsnägel,
des Planktons,
der Schneeflocke.

(Wisława Szymborska)

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