Archiv: Aufgelesen

“Du oder ich” – Maria Lassnig ist tot
07. Mai 2014 | Aufgelesen  

Mit 94 Jahren kann man schon mal sterben, nicht wahr? Trotzdem macht mich die Nachricht von Maria Lassnigs Tod traurig. Warum? Ich weiß es nicht. Vielleicht, weil selbst eine hartnäckige Kämpferin wie sie nun kapitulieren musste. Müde sei sie gewesen, liest man heute in einem österreichischen Feuilleton, in Wien, in ihrem Bett sei sie gestern Abend gestorben.
Ich erinnere mich an den Augenblick, als ich zum ersten Mal ein Bild von ihr sah. Vor etwa sieben Jahren sprang es mich aus einer Zeitung an – eine nackte Greisin, in jeder Hand eine Pistole, die linke drückt sie an ihre Schläfe, mit der rechten zielt sie auf den Betrachter: “Du oder ich” Das Bild hat mich augenblicklich für die Malerin eingenommen.
Noch mehr als ihre Bilder bewundere ich ihre Haltung als Künstlerin, ihre Arbeitseinstellung. Sie lerne immer weiter, hat sie einmal gesagt, und: “Man darf nie aufhören gut sein zu wollen. Man muss immer versuchen, noch besser zu werden.”

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Metapher für ein Blutfett mit mörderischem Ruf
28. November 2013 | Aufgelesen  

“Cholesterin ist das Nordkorea unter den körpereigenen Molekülen.” Mit dieser augenzwinkernden Metapher leitet Werner Bartens in der heutigen Ausgabe der SZ seinen Bericht (…) weiterlesen

35 Jahre Gefängnis für Bradley Manning
22. August 2013 | Aufgelesen  

Ein Blick auf die Titelseite der Süddeutschen Zeitung heute: Ein Foto des von Angst und Erschöpfung gezeichneten Manning in Uniform und Handschellen zwischen seinen Bewachern. Auf der gefalteten Zeitung liest man – zufällig oder redaktionell gewollt? – direkt unter Mannings Foto die Schlagzeile zu einem weiteren aktuellen Thema. Sie lautet: Mubarak kommt frei. Ein ebenso klares wie hässliches Spiegelbild unserer Welt: Der als Regierungsvertreter Verbrechen begangen hat, kommt frei, und der die Verbrechen seiner Regierung bekannt gemacht hat, geht hinter Gitter …

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Wie charakterisiert man einen Menschen?
15. Juli 2013 | Aufgelesen  

Jedenfalls eher mit Handlung als mit hingestreuten Adjektiven. Wie wäre es mit kleinen Anekdoten? Gern auch mit erfundenen oder gesponnenen. Bevor z. B. die Mannschaft von Borussia Dortmund Mitte Februar zum Champions League Achtelfinale in die Ukraine flog, sagte der auch rhetorisch nicht ganz ungeschickte Trainer der Mannschaft, Jürgen Klopp (…) weiterlesen

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